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Geld & Wirtschaft

Kühnerts Thesen: Vermögensverwalter fürchtet wachsende Verdrossenheit

Der Sohn des Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer und Vorstand der Fondsgesellschaft Paladin, Marcel Maschmeyer, hat angesichts der Sozialismus-Thesen von Juso-Chef Kevin Kühnert vor einer wachsenden Verdrossenheit in der deutschen Gesellschaft gewarnt. "Aussagen zu Enteignungen oder Verstaatlichungen von Unternehmen wären vor zehn Jahren vermutlich nicht derart unkritisch hingenommen worden", sagte Marcel Maschmeyer dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe), ohne Kühnert direkt beim Namen zu nennen. Das mache ihn "schon nachdenklich", so der Vermögensverwalter weiter.

Die wieder aufflammende Kapitalismuskritik, die inzwischen bis weit ins bürgerliche Lager reicht, ruft damit nun eine jüngere Generation wichtiger deutscher Unternehmerfamilien auf den Plan. Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch die Keks-Erbin Verena Bahlsen zu dem Thema geäußert: "Ich bin überhaupt nicht gegen Kapitalismus", sagte sie. Ihr gehöre "ein Viertel von Bahlsen und ich freue mich auch drüber", so die Bahlsen-Erbin weiter. Maschmeyer sieht in der großen Resonanz auf die Thesen des Juso-Chefs ein beunruhigendes Zeichen. Offenbar fühlten sich viele Menschen "nicht mehr abgeholt". Es sei "ja auch in unserer Demokratie verlockend, dass es immer jemanden gibt, der – links wie rechts – scheinbar einfache Antworten liefert für komplexe Sachverhalte", so der Vermögensverwalter weiter. Es sei jedoch fraglich, ob die Lösung am Ende so einfach sei. Marcel Maschmeyer ist der jüngere Sohn von Carsten Maschmeyer aus seiner ersten Ehe mit seiner Frau Bettina und hat den Vermögensverwalter Paladin selbst gegründet. Der Fonds "Paladin One", der vor allem in kleinere deutsche Unternehmen investiert, verwalte auch Teile des Familienvermögens der Maschmeyers – den größeren Teil hätten jedoch andere Anleger beigesteuert. Sein Vater habe ihm für seine Berufspläne stets vermittelt: "Mach, was du willst! Aber mach es dann richtig", sagte Maschmeyer dem "Handelsblatt".

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